Ostholsteiner Anzeiger                                                                4.11.2025 - S.1 - Titelseite 

Kostenloser Erlebnispfad
Neuer Stadtrundgang zu Eutiner Persönlichkeit 


Nicht nur mit Promis wie Wincent Weiss oder Carl Maria von Weber ist Eutin eng verbunden: Ein digitaler Rundgang erinnert jetzt an den berühmten Goethe-Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751-1829). Ilse Heberlein und Dr. Christian Trabandt von der Tischbein-Gesellschaft und  von der Tischbein-Gesellschaft Eutin stellen vor, was Nutzer erleben können.– Seite 16

Auf den Spuren von Goethe-Maler Johann Heinrich Tischbein
Von Alexander Steenbeck | 04.11.2025, 14:08 Uhr
An Eutiner Prominente wie Carl Maria von Weber, Herzogin Amalie von Oldenburg und Wincent Weiss wird mit überdimensionalen Büsten bereits im Eutiner Stadtgebiet erinnert – der Goethe-Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751-1829) wiederum fristet immer noch ein Schattendasein in der Stadt, in der der vielseitige Künstler von 1808 bis zu seinem Tod 1829 gelebt hat. Doch das soll sich jetzt zusehends ändern: Während die Planungen für ein Tischbein-Museum in Eutin weiter vorangetrieben werden, hat die Tischbein-Gesellschaft Eutin jetzt in Eigenregie einen digitalen Rundgang geschaffen – „um das kulturelle Erbe Tischbeins in der Öffentlichkeit bekannter zu machen“, sagt die Vereins-Vorsitzende Ilse Heberlein.

Digitaler Rundgang in der Eutiner Innenstadt
Sechs Stationen im Innenstadtbereich stehen Interessierten bereit – so unter anderen am Markt, in der Stolbergstraße, am Ostholstein-Museum und am Schloss, aber auch auf dem Friedhof an der Plöner Straße. Nutzerfreundlich ist dabei, dass der Spaziergang durch Eutin vor Ort mit Mobilgeräten wie Smartphone oder Tablets erlebbar ist, aber auch Zuhause am Computer über die eigens eingerichtete Internetseite www.tischbein-eutin.de. Abrufbar ist pro Station ein Foto, eine „Kurzzusammenfassung für Eilige“ und eine gesprochene ausführliche Erläuterung oder Anekdote. Nutzer finden online aber auch eine Karte der Stadt, auf der die sechs Stationen markiert sind, so dass die Orientierung leichtfällt.


Was der neue digitale Stadtrundgang in Eutin bietet
Im Fokus stehen dabei jeweils das Leben des Multitalents, insbesondere seine Wohn- und Wirkungsstätten in Eutin, seine hier gemalten Bilder, aber auch seine Kontakte des Malers zu anderen Promis seiner Zeit – so unter anderem auch zu Johann Wolfgang von Goethe, mit dem er eine intensive Freundschaft pflegte. Dabei entstand auch Tischbeins Gemälde „Goethe in der Campagna“, das zu den bekanntesten seiner Werke zählt und nach der Mona Lisa eines der am häufigsten kopierten Kunstobjekte der Welt ist.
Bei dem Rundgang können Nutzer jedoch noch mehr über Tischbein erfahren: So unter anderem, dass er als Hofmaler des Herzogs Peter Friedrich von Oldenburg in dessen Sommerresidenz – im Schloss Eutin – wohnte und arbeitete. „Hier hat er zahlreiche Gemälde geschaffen“, sagt Heberlein mit Blick auf Historienbilder wie „Odysseus und Helena“, das im Schloss ausgestellt ist, oder auch Portraits von Heinrich Voss und seiner Frau, die im Ostholstein-Museum zu sehen sind – und nicht vergessen Idyllenbilder, die im Landesmuseum in Oldenburg präsentiert werden. Auch schuf Tischbein an griechischen Historiendarstellungen orientierte Kaminfriese für Kachelöfen, die sogenannten „Tischbeinöfen“ oder „Eutiner Öfen“.

QR-Codes für Eutiner Stadtrundgang noch nicht installiert
Freuen sich über den digitalen Stadtrundgang zum Goethe-Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751-1829): Ilse Heberlein und Dr. Christian Trabandt von der Tischbein-Gesellschaft Eutin. Foto: Alexander Steenbeck
Wer auf Tischbeins Spuren durch Eutin wandelt, sollte sich rund eine Stunde Zeit nehmen. Wann der kostenlose Geschichts-Erlebnispfad genutzt wird, bleibt letztlich jedem selbst überlassen – das digitale Angebot ist jederzeit verfügbar. Für Handy- oder Tablet-Nutzer hat die Tischbein-Gesellschaft auch QR-Codes entwickeln lassen. Über diese scanbaren Piktogramme sind die Infos direkt abrufbar. Der Haken an der Sache: An den sechs Stationen sind diese QR-Codes noch nicht zu finden. „Das ist ein weiter Weg“, sagt Heberlein allein schon mit Blick auf die nötigen Genehmigungen zum Anbringen der Piktogramme.
Geplant sei aber, die QR-Codes auf Postkarten und anderen Werbeträgern zu platzieren – wie auch den Litfaßsäulen der Eutin GmbH. Denn die 30 Mitglieder der Tischbein-Gesellschaft freuen sich darüber, dass die Tourismusabteilung der Stadt laut Heberlein bereits Unterstützung für den digitalen Spaziergang signalisiert hat. Wichtig sei der Tischbein-Gesellschaft, dass der Rundgang dazu beiträgt, dass dem Hofmaler „die Aufmerksamkeit durch Besucher und Bewohner der Stadt zukommt, die ihm zusteht“, sagt Heberlein. Zumindest den sechs virtuellen Stationen kommt dabei künftig eine wichtige Rolle zu, denn die über ein Dutzend Info-Tafeln, die bislang seit vielen Jahren im Tischbein-Garten hinter dem gleichnamigen Wohnhaus in der Stolbergstraße über das Leben und Wirken des Goethe-Malers informieren, müssen bis Jahresende abgebaut werden, berichtet Heberlein. Schließlich soll die Immobilie verkauft werden – und im besten Fall in Zukunft das Tischbein-Museum beherbergen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg – viel weiter, als der digitale Rundgang.



 

Sommerfest der Tischbein-Gesellschaft im Tischbein-Garten am 6. September 2025

Es war ein wunderschöner spätsommerlicher Nachmittag! Das Sommerfest der Tischbeingesellschaft kann als absolut gelungen bezeichnet werden! Die Gäste genossen die Wärme im lauschigen Tischbein-Garten bei Kaffee, Kuchen und ausgiebigen Gesprächen, alles noch verstärkt durch die stimmungsvolle Musik von Wilfried Kamholz und Simone Günther. Als besonderer Gast schaute auch Uli Paape-Tischbein, der Ur-Ur-Ur-Enkel von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, vorbei und erzählte sehr bereitwillig von seinem berühmten Vorfahren. Etwas abseits in einer ruhigen Ecke setzten sich einige Interessierte mit den Unterschieden des klassischen akademischen Zeichnens und der freien Herangehensweise des aktuell so beliebten Urban Sketching auseinander. Urban Sketcherin Ulrike Plötz gab dazu interessante Informationen und Anregungen. Eine kleine Herde von Spielzeugtieren stand sehr hilfreich als Modell zur Verfügung.


Teilnahme der Tischbein-Gesellschaft Eutin beim Jubiläum "30 Jahre reporter" am 1. Juni 2025 

Ulrike Plötz stellt urban sketching dem klassischen Zeichnen gegenüber und lädt zum Ausprobieren ein:














26.05.25 Armin Mueller-Stahl wird Ehrenmitglied der Tischbein-Gesellschaft Eutin





 



Der international bekannte Maler, Schauspieler und Autor hat 2011 das Gemälde "Kastor und Pollux" von J.H.W. Tischbein aktualisiert und neu interpretiert. Damit hat er einen wesentlichen Beitrag geleistet, bei den heutigen Kunstliebhabern das Interesse nicht nur an diesem Bild Tischbeins von 1789, das im Ostholstein-Museum unmittelbar neben dem Gemälde von Mueller-Stahl hängt, sondern an seinem gesamten Werk  zu wecken.


Inschrift der Tischbein-Gräber ist wieder lesbar

2024 haben Mitglieder der Tischbein-Gesellschaft Eutin die Inschrift der Tischbein-Gräber auf dem Eutiner Friedhof gereinigt und erneuert.